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Der Wolf als Schäfer Livre III - Fable 3


Es ging ihm sein Geschäft in Schafen etwas flau,
da mochte einst ein Wolf wohl meinen,
es wäre gut, vermummt und wie ein Fuchs so schlau
in andrer Gestalt im Lande zu erscheinen.
Er kleidet sich als Hirt, zieht einen Kittel an,
nimmt einen festen Stock alsdann
und schließlich einen Dudelsack zur Hand.
Er hätte gern an seines Hutes Rand
geschrieben, dass die List vollkommen werde:
"Guillot bin ich, der treue Hirte dieser Herde."
So ausgerüstet und in diesem Kleide
schlich, auf den Stab gestützt die Vorderfüße beide,
der falsche Guillot leis herbei und unentdeckt.
Guillot, der wahre Hirt, lag da, auf grüner Heide
in festem Schlummer ausgestreckt.
Sein Hund schlief ebenfalls und, satt von fetter Weide,
die Schafe auch, da nichts sie weckt und schreckt.
Fein, mit der List des Diplomaten
hätt' gerne er die Schafe hingelockt zu seinem Bau,
und die Verkleidung zu ergänzen schlau
mit Worten, schien ihm sehr geraten.
Doch war's die dümmste seiner Taten;
denn da des Hirten Ton zu treffen ihm misslang,
und sein Geheul im Walde widerklang,
war sein Geheimnis bald verraten.
Vor Schreck bei dieser Stimme wird
gleich alles wach, Schaf, Hund und Hirt.
Der arme Wolf in Angst und Bangen
kann sich, durch seinen Rock beirrt,
nicht wehren noch zur Flucht gelangen.

Auf irgendeine Art lässt jeder Schelm sich fangen.
Wer Wolf ist, lass' als Wolf sich sehn,
so wird er meistens sichrer gehen.

ancre





W. Aractingy 100 x 100 cm, Septembre 1994

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