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Der Trunkenbold und seine Frau Livre III - Fable 7


Ein Fehler haftet ohne Zweifel jedem an,
nicht Scham noch Furcht hilft ihm dagegen.
Da fällt mir ein Geschichtchen ein, das kann
als Beispiel diesen Satz belegen – so halte ich es stets.

Ein echter Bacchussohn ward schwach an Körper,
Geist und Beutel. Schade!
Gewöhnlich ist die Art auf halbem Lebenspfade
mit ihrem Gelde ganz zu Ende schon.
Einst hatte dieser Mann dem Saft der Reben,
den letzten Rest Verstandes preisgegeben;
da sperrte seine Frau in eine Gruft ihn ein.
Ausdampfen konnte da der junge Wein
in ihm. Als er erwacht mit leisem Schauer,
sieht er um sich des Todes ernst' Geleit,
die Kerzen und das Sterbekleid. "Ha", ruft er, "trägt mein Weib schon Witwentrauer?"
Da kommt die Frau, als Furie angetan,
um dem vermeintlich Toten sich zu nahn
mit Bier, so glühend heiß, als wär' es für den Teufel;
dicht vor die Nase sie's ihm hält.
Der arme Mann! Nun glaubt er ohne Zweifel,
er sei schon in der Unterwelt.
"Wer bist du?" fragt er die Erscheinung sondergleichen.
"Bin Kellnerin in Satans Reichen",
spricht sie, "und Speise trag ich allen denen zu,
die in des Grabes Nacht versinken."
Sogleich versetzt der Gatte: "Du,
sag, bringst du ihnen nichts zu trinken?"

ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Mai 1993

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