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Der Schäfer und das Meer Livre IV - Fable 2


In Amphitrites Nähe lebte, aller Sorgen bar,
von seiner Herde einst ein Mann still und zufrieden;
war auch gering, was ihm beschieden,
war's sicher doch und ohn' Gefahr.
Endlich verlockten ihn die Schätze doch, die ausgeladen
er stets am Ufer sah; er schlug die Herde los,
vertraut' als Händler dann des Meeres unsichrem Schoß
sein Geld und litt durch Schiffbruch Schaden.
Nun musst' er wiederum die Schafe hüten gar,
doch nicht wie ehemals, als er die Schar
der eignen Lämmer weidete, zufriedenen Gesichts;
nachdem ein Corydon, ein Tircis er gewesen war,
ward er ein Pierrot und weiter nichts.
Doch bald schon hatt' er wiederum ein Weniges in bar
und legt's von neuem an in Schafen.
Wie eines Tags ein guter Wind die Schiffe in den Hafen
einlaufen ließ, und an den Strand sie zogen,
da rief er: "Ihr wollt Geld, ihr schönen Wogen!
Doch möget ihr euch jetzt an einen andern wenden;
ich werd' an euch gewiss nichts mehr verschwenden!"

Dies ist kein Märchen, nur zum Spaß erfunden;
die Wahrheit soll es euch bekunden,
denn die Erfahrung lehrt es klar und offen:
Mehr gilt ein Pfennig in der Hand
als fünf, auf die man muss erst hoffen.
Begnüge jedermann mit seinem Stande sich.
Verlocken Ehrgeiz und die Meere dich,
so traue ihren trügerischen Stimmen nicht.
Beschenkt wird einer, Tausend wird genommen;
und wenn das Meer auch gold'ne Berge dir verspricht –
trau ihm, so werden Sturm und Räuber kommen.

ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Septembre 1993

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