Accueil des fables

Chercher une fable

Les 12 livres

Les Fables

Tris de fables

Le bestiaire

Les personnages

Morales et maximes

Les sources

Contact JMB
Envoyez une carte postale avec cette illustration
Signaler cette fable à un ami
Imprimer


Der Pächter und sein gnädiger Herr Livre IV - Fable 4


Ein Gartenfreund, nach seinem Stande
halb Bürger und halb Bauersmann,
besaß als Pächter auf dem Lande
einen gepflegten Garten, der nach nebenan
umgrenzt von einer Hecke war in ganzer Länge.
Lattich und Sauerklee wuchs dort in großer Menge,
auch Thymian massenhaft und nebenbei ein Rest
Jasmin zu duft'gen Strauß für Lieblings Wiegenfest.
Dies ganze Glück ward nur getrübt durch einen Hasen.
Darüber führt beim gnäd'gen Herrn der Pächter Klage:
"Seht, der verwünschte Hase frisst mir meinen Rasen
und alle Pflanzen ab! Der Fallen spottet er,
und Stein und Knüppel, ach, die helfen auch nicht mehr.
Er muss ein Zaubrer sein!" - "Ein Zaubrer? Wenn er's wäre",
sagt drauf der Herr, "oder der Teufel selber, jedenfalls
packt' ihn trotz seiner List mein Nero bald am Hals.
Erlösen will ich dich, mein Freund, von ihm, auf Ehre!"
"Doch wann?" - "Gleich morgen mache ich mich dran."

Gesagt, getan: Er kommt mit seinen Leuten an.
"He! Frühstück her!" ruft er. "Sind auch die Hühner mürbe?
Nun, Töchterchen des Hauses, komm und lass dich sehn!
Wann woll'n wir Hochzeit machen? Schwiegersöhn' mit Würde,
Freundchen, das ist eine Sach' – du wirst mich wohl verstehn,-
da heißt's, tief in den Beutel greifen!"
Bei diesem Wort lässt er zu ihr die Blicke schweifen,
setzt sich ganz nah an sie heran,
fasst ihre Hand, den Arm, lüftet ihr Tüchlein dann.
Die Schöne sucht mit einer schüchtern steifen
Bewegung abzuwehr'n die Zärtlichkeit;
dem Vater aber ging es doch zu weit.
Indessen wird am Herd gesotten und gebraten.
"Wo ist der Schinken her? Er scheint mir wohlgeraten."
"Der ist für Euch, o Herr!" - "So?" spricht der Edelmann.
"Ich nehm' ihn gern und gnädig an."
Er frühstückt gut, kaum aufzustehn vermocht' er,
Hund, Pferd und Dienerschaft genießen ihren Schmaus;
dem Wirt gibt er Befehl, nimmt manches sich heraus,
trinkt seinen Wein und kost die Tochter.
Das Frühstück ist vorbei, ihm folgt der Lärm der Jagd.
Zum Aufbruch rüsten laut sie alle,
vom Schmettern der Trompeten und dem Hörnerschalle
wird unser Pächter schier verzagt.
Das Schlimmste war, dass man den armen Küchengarten
ihm kläglich niedertrat: Ihr Beete, lebet wohl!
Fahret dahin, Endivien, Lauch und Kohl!
Auf euch kann jetzt die Suppe warten!

Still lag der Has' im Kohl, in dem er sich verkroch.
Man spürt ihn auf, jagt ihn – husch, ist er durch ein Loch,
ein riesengroßes Loch, gar grässlich anzuschauen,
das in die Hecke ward gehauen –
der Herr befahl's; es wär' ja auch ein Graus,
könnt' man nicht hoch zu Ross zum Garten dort hinaus!
Der Mann sprach: "Großer Gott! Es ist 'ne wahre Schande!"
Man ließ ihn reden; Hund' und Menschen hatten mehr
in einer Stunde Zeit verwüstet ringsumher,
als es in Jahren möglich wär?
sämtlichen Hasen hierzulande.

Ihr Herren, schlichtet selber euren Streit;
sucht ihr der Höheren Schutz, seid ihr nicht recht gescheit.
Wenn sie sich erst mit eurem Streit befassen,
dann müsst ihr samt und sonders Federn lassen.

ancre





W. Aractingy 100 x 100 cm, Février 1995

Voyez aussi cette fable illustrée par:





Découvrez le premier roman de JM Bassetti, en version numérique ou en version papier sur le site https://www.jemappellemo.fr



Retrouvez tous les textes de JM Bassetti sur son sité dédié : https://www.amor-fati.fr