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Der Frosch und die Maus Livre IV - Fable 11


Wer anderen ein Grab zu graben meint,
der hat's am Ende für sich selbst gegraben.
Dies Wort, das heut' vielleicht altmodisch scheint,
schien mir zu allen Zeiten seinen Sinn zu haben.
Jedoch zur Sache!

Einer Maus gefiel es wohlgenährt zu sein –
sie hielt nicht viel von Fastenzeit und wollt' sich immer laben.
Da spricht ein Frosch sie an in seiner Sprach' und Sitte:
"Besuch mich doch einmal, gar leckern Schmaus findst du
bei mir." Die Maus, die sagt höchst gnädig zu
gleich auf der Stell' und spart ihm jede weitre Bitte.
Doch fügt zum Überfluss der Frosch hinzu
wie wonnig so ein Bad, wie angenehm das Reisen,
wie viel Merkwürdiges das Moor hab' aufzuweisen;
erzählen wird' die Maus noch auf der Enkel Bitten
von dieses Ortes Pracht und der Bewohner Sitten.
Von der Regierung und vom Magistrat
des weisen Volks Wasserstaat.
Nur eins gibt's da, was den Besuch schwierig erscheinen lässt:
Ein wenig schwimmt die Maus, doch braucht sie dabei Hilfe.
Der Frosch weiß guten Rat: Mit einem Halm vom Schilfe
bindet den Fuß der Maus an seinen Fuß er fest.

Doch auf dem Moor kaum angekommen,
hat sich der Wirt den biedren Gast gleich vorgenommen
und zieht ihn mit Gewalt hinunter nach dem Grund;
Gegen das Völkerrecht und Gastrecht aller Zeiten
ein fettes Jägermahl von ihm sich zu bereiten,
das meint der Frosch, wär recht für seinen Mund!
Schon knackt im Geist er sie mit scharfen Zähnen.
Sie ruft die Götter an, er spottet ihrer Tränen;
sie widersteht, er zieht. Indes der Kampf so stund,
erspäht' ein Habicht, in den Lüften schwebend
die arme Maus, nur halb noch lebend.
Der Habicht schießt hinab, und in den Luftbereich
hebt er die Maus und auch den Frosch zugleich.

So gelungen war der Streich;
über seine Doppelbeute
herzlich sich der Vogel freute,
hat er doch auf einmal frisch
so zum Schmause Fleisch und Fisch.

Netze, noch so fein gesponnen,
fangen den oft, der sie spann;
der Verrat so fein ersonnen,
trifft gar oft den eignen Mann.

ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Novembre 1989

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