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Das Pferd und der Wolf Livre V - Fable 8


Ein Wolf, in jener Zeit, wenn lau
durch das verjüngte Grün die Frühlingslüfte wehen
und fröhlich jedes Tier auskriecht aus seinem Bau,
um seiner Nahrung nachzugehen –
ein Wolf also, befreit von Winters strengem Zwang,
bemerkt ein Pferd, das man gesandt auf Weidegang.
Man denke sich, wie er sich freute!
"Ein Fang!" sprach er. "Hätt' ich dich zwischen dem Gebiss!
Warum bist du kein Schaf? Dann wärst du mir gewiss,
wir brauchen Schlauheit jetzt für diese Beute."
Er spricht's und kommt gemessnen Schritts herbei
und nennt sich Hippokrates' Jünger;
der Kräuter Heilkraft und noch mancherlei
bekannt auf das genaueste ihm sei,
und jedes Übel, ob geringer,
ob größer, könnt' er heilen. Herrn von Pferd, wofern
er ihm nur sagte, wo er leide,
heilt' er, der Wolf, umsonst recht gern;
denn so allein hier auf der Weide
umherzugehn, das spräche für
ein geheimes Leid nach aller Heilkunst Regeln.
Da sagt das Pferd: "Unter den Nägeln
des Hufes hab' ich ein Geschwür."
Der Doktor drauf: "Mein Sohn, die Stell' ist sehr empfindlich
und manchen Leiden ausgesetzt;
als Arzt behandle ich die Herren Pferde jetzt
und operier' auch schnell und gründlich."
Der arge Schelm wünscht nur den Augenblick herbei,
um seinen Kranken anzupacken;
doch der, voll Argwohn, stößt ihn mit den Hacken,
dass ihm die Zähne und Kinnbacken
zerschlagen sind zu Mus und Brei.

"Recht war's!" sagt nun der Wolf zu sich mit zorn'gem Lachen.
"Es bleibe doch ein jeder, was er ist!
Du wolltest hier den Gärtner machen,
obwohl du doch ein Schlächter bist."
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ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Juillet 1993

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