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Der Hase und die Schildkröte Livre VI - Fable 10


Wer zu spät aufbricht, kommt – so schnell er laufen mag, verspätet an;
die Schildkröt' und der Hase lassen diese Einsicht uns gewinnen.

"Was wetten wir", sagt' sie, "du kommst nicht an
beim Ziel so schnell wie ich!" - "Bist du bei Sinnen?"
erwiderte das leichtfüßige Tier.
"Gevatterin, du hast, scheint mir,
ein Quentchen Nieswurz nötig!"
"Zur Wette bin ich dir erbötig."
Gesagt, getan – es wurde jetzt
am Ziel der Wettpreis aufgestellt.
Was dann? Daran ist nichts gelegen,
noch wen zum Richter man erwählt'.

Der Hase brauchte nur vier Schritt' zurückzulegen;
doch macht er deren mehr, weil er, von Furcht beseelt
vor Hunden, diesen erst ein Schnippchen denkt zu schlagen:
Er lässt sie durch die Heide jagen.
Noch hat er Zeit, zu grasen ringsumher,
zu schlafen und zu sehn, woher
der Wind weht. Und die Schildkröt' lässt er
in aller Ruhe gehen ihren Ratsherrngang.
Sie tut's und eilt mit Weil' und bester
Entfaltung ihrer Kraft den Weg entlang.
Dem Meister Lampe scheint ein solcher Sieg verächtlich,
es scheint die Wette ihm inzwischen unbeträchtlich
und hält's für Ehrensache, möglichst lang
zu zögern; und so grast er, legt sich nieder
und denkt an alles eher wieder
als an die Wette. Wie er schon dem Ende
der Bahn sieht die Gefährtin nah,
da schießt er pfeilschnell hin. Doch wie behende
er nun auch ist – die Schildkröt' ist als erste da.
"Was sagst du jetzt?" so ruft sie triumphierend aus.
"Was nützt die Schnelligkeit dir nun?
Gewonnen habe ich! Was würdest du wohl tun,
trügst auf den Rücken du wie ich ein Haus?"

ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Janvier 1989

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