Une fable au hasard

Les 12 livres

Les Fables

Tris de fables

Le bestiaire

Les personnages

Morales et maximes

Les sources

Contact JMB
Envoyez une carte postale avec cette illustration
Signaler cette fable à un ami
Imprimer

Les lectures de JMB
Allez voir mes lectures.

Le Blog de JMB
Mes textes personnels






Der Esel und seine Herren Livre VI - Fable 11


Ein Gärtneresel hat beim Schicksal sich beklagt,
dass vor dem Frührot man ihn zwinge aufzustehen.
"Krähn auch die Hähne noch so früh", hat er gesagt,
"mich kann noch früher wach man sehen.
Weshalb? Damit zu Markt das Grünzeug wird geführt.
Ein schöner Grund fürwahr, mir meinen Schlaf zu stören!"

Das Schicksal, das sein Klagen rührt,
gibt einen andern Platz ihm: Statt dem Gärtner zu gehören
kriegt ein Gerber jetzt das Tier zum Herrn.
Der Felle Last und ihr Geruch, schon schlimm von fern,
war's, was das dumme Vieh eines Bessern bald belehrte.
"Beim ersten Herrn", so spricht es, "wär' ich wieder gern!
Bei dem, wenn er den Rücken kehrte,
hat man doch dann und wann erhascht
ein hübsches Köpfchen Kohl, das man umsonst genascht.
Hier gibt es nichts, und wenn ich mal davon was trage,
sind's Schläge!" Nochmals änderte sich seine Lage,
als er zu einem Köhler kam,
der ihn in seine Dienste nahm.
Der Esel klagt. "Wie?" hört man das Schicksal zornig sagen.
"Fürwahr, dies Langohr quält mich mehr,
als mich zehn Fürsten können plagen!
Meint er, dass er allein so unzufrieden wär'?
Soll ich für ihn nur Sorge tragen?"

Das Schicksal hatte recht. Wir sind nun einmal so.
Mit ihrer Lage nie zufrieden sind die Leute,
der schlimmste Tag ist stets das Heute,
und unsrer Bitten wird der Himmel nimmer froh.
Ja, selbst wenn Jupiter nach unserem Willen alles ließ' geschehen,
er würde dennoch uns nicht glücklich sehen.
Google
 

ancre





W. Aractingy 100 x 100 cm, Janvier 1993

Voyez aussi cette fable illustrée par: