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Der unglückliche Ehemann Livre VII - Fable 2


Wenn Gutes immer nur gesellt dem Schönen wär',
wollt' ich gleich morgen mir ein Weib erwählen.
Doch dass sie meist getrennt sind, ist nichts Neues mehr;
die schönen Körper sind, bewohnt von schönen Seelen,
der allerseltenste Verein.
Darum – scheltet mich nicht – lass' ich das Wählen sein.
Viel Ehen sah ich, keine konnte mich verführen.
Doch sind vier Fünftel aller Menschen kühn genug,
im größten Zufallsspiel zu wagen diesen Zug;
auch müssen alle die vier Fünftel Reue spüren.

Ich zeig' euch einen, der's bereut' und dem sogar
kein ander Mittel übrig war,
als seine Frau – sie war von Tücken,
und Geiz und Eifersucht erfüllt – zurückzuschicken.
Nie war zufrieden sie, nichts schien ihr fein und nett:
man stand zu spät ihr auf, zu früh ging man zu Bett;
bald will sie weiß, bald schwarz, und das Gezeter
macht wild die Dienerschaft, dem Mann verhasst das Haus:
"Der Herr sorgt auch für nichts! Der Herr gibt zu viel aus!
Er läuft zu schnell! Zu langsam geht er!"
Und also treibt sie's, bis der Herr zuletzt,
von solchem Satan matt gehetzt,
zu ihren Eltern auf dem Lande
zurück sie schickt. Dort lebt als Frau von Stande
mit Mägden, deren Amt das Gänsehüten war,
und mit der Schweinehirten Schar.
Nachdem zur Besserung ihr eine Frist geblieben,
holt sie der Mann zurück: "Nun, Kind, wie geht es dir?
Wie hast du dir die Zeit vertrieben?
Und wie gefiel die ländlich holde Unschuld dir?"
"Ganz gut", sagt sie, "doch hat es mich verdrossen,
dass hier das Volk noch fauler ist und nie
sich kümmert um das arme Vieh.
Doch hat sich dann ihr Hass auf mich ergossen –
ich schalt das Volk, weil es so sorglos ist."
"Nun ja", erwiderte der Mann mit Hohn im Munde,
"da siehst du, wie du zänkisch bist!
Wenn Leute, die kaum eine Stunde
des Tages um dich sind und dich nur abends sehn,
nicht fähig sind, dich auszustehn:
Wie soll die Dienerschaft in all den langen Tagen
dein wütend Toben wohl ertragen?
Und machst du einen Mann nicht toll,
der's Tag und Nacht bei dir aushalten soll?
Geh wieder hin aufs Land! Und sollte mir im Leben
nach deiner Rückkehr sich ein Wunsch erheben,
im Jenseits sollen dann, zu strafen mein Vergehn,
zwei Weiber so wie du mir stets zur Seite stehn!"

ancre





W. Aractingy

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