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Der Pfarrer und der Tote Livre VII - Fable 11


Still fuhr und ernst ein Toter hin,
der letzten Ruhestatt entgegen;
Ein Pfarrer eilt' mit heitrem Sinn,
ihn möglichst schnell ins Grab zu legen.
Auf einem Wagen trat der Sel'ge an die Fahrt,
gar fest verpackt und wohl verwahrt,
mit dem Gewand bekleidet, das wir Sarg benennen,
dem Rock, der dienen wird für alle Zeit,
und von dem sich der Tote nie wird trennen.

Der Pfarrer saß an seiner Seit',
und um's nach Vorschrift auszuführen,
sagt' er manch fromm Gebetlein her,
manch Stücklein aus der Bibellehr':
"Herr Toter, lasst's Euch nicht berühren!
Wir geben Euch nach Brauch kirchliche Ehr';
es ist ja nur um die Gebühren!"
Hochwürden wenden von dem Toten keinen Blick,
als schützt' er diesen Schatz vor Diebsgeschick,
als sagt' er ihm in seinem Herzen:
"Von Euch, Herr Toter, krieg' ich doch
so viel Geld, so viel an Kerzen,
so viel an andern Sporteln noch."
Ein Fässchen kaufen wollt' er sich dafür im Städtchen
vom Allerbesten weit und breit;
ein niedlich Nichtchen und auch Gretchen,
sein allerliebstes Stubenmädchen,
sie brauchten beide auch ein neues Kleid.
So rechnet' er mit Wohlbehagen –
ein Stoß! Der Wagen in zwei Teile bricht;
Hochwürden liegen daneben dicht –
des Toten Sturz hat ihm den Schädel eingeschlagen.
Das Pfarrkind zieht den Pfarrer nach; nicht gern
folgt dieser nun dem Ruf des Herrn,
und beide gehen vereint von hinnen.

All unser Leben, unser Sinnen,
dem Pfarrer gleicht's, der zählt auf seines Toten Kopf,
und jener Milchfrau mit dem Topf.

ancre





W. Aractingy

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