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Der Wolf und die Hirten Livre X - Fable 5


Ein Wolf, erfüllt von Menschlichkeit, -
wenn solche Wölfe sind zu denken ,-
begann, ob seiner Grausamkeit,
die er gezwungen übt, nur aus Notwendigkeit,
sich in Nachsinnen zu versenken.
"Ich bin", spricht er, "gehasst. Von wem? Von jedermann.
Den Wolf sieht überall als Feind man an:
Hund, Jäger, Bauer stehn vereint, ihn zu verderben.
Jupiter droben ist betäubt ob ihres Wutgeschreis;
in England zwang man drum uns Wölfe auszusterben,
man setzt' auf unsern Kopf einen Preis.
Kein Junker dort, der nicht alltäglich
durch Aufruf fordert unsern Tod;
kein kleiner Fratz, dem, wenn er kläglich
zu schreien wagt, nicht mit dem Wolf die Mutter droht.
Und alles dies, weil ich einmal ein räud'ges Schaf,
einen faulen Esel und einen Köter stahl.
Dann fress ich eben nur noch leblos Laub und Gräser, brav
verhungernd. Ist das nicht die bessre Sache,
als dass ich mich verhasst bei allen mache?"
Bei diesen Worten sieht er Hirten, die ein Lamm
verzehren, das am Spieß gebraten.
"Ho?" rief er. "Meine Missetaten
am Lamm werf' ich mir vor, und seiner Hüter Schar,
die Hunde auch, essen sie selber gar!
Ich sollt' mir ein Gewissen machen?
Bei Gott, das wäre doch zum Lachen!
Das nächste Lämmchen pack' ich an –
ich brauch's nicht an den Spieß zu stecken, -
und auch die Mutter soll mir schmecken;
zuletzt kommt noch der Vater dran!"

Der Wolf hat recht. Wenn man uns kann beweisen,
dass all die Tiere wir verspeisen,
wie können wir vom Tier verlangen, dass es speist
wie im Zeitalter, das man das Goldne preist?
Soll's nichts für sie zu beißen geben?
Der Wolf hat Unrecht – dass ihr's wisst, -
nur weil er nicht der Stärkre ist.
Sollt' er vielleicht als Klausner leben?

ancre





W. Aractingy

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