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Die beiden Glücksritter und der Talisman Livre X - Fable 13


Es ist kein Blumenpfad, steil ist der Weg zum Ruhme.
Man sieht's am Herkules und seinen Werken;
kaum ist noch für seinesgleichen Raum
in Fabeln und in der Geschichte Heiligtume.

Doch weiß ich einen, den ins Märchenland
ein alter Talisman zur Jagd nach Glück gesandt.
Mit einem Freund macht' er die Reise;
an einem Pfosten fand einen Zettel unser Paar,
auf welchem dies zu lesen war:
"Herr Abenteurer, willst du sehn in wunderbarer Weise,
was kein Glücksritter noch jemals vor dir gesehn,
brauchst nur durch diesen Strom zu gehen;
den Elefanten dann nimm, den, aus Stein gehauen,
du wirst am Boden liegend schauen;
in einem Atem trag den Berg ich unverzagt
hinauf, des Riesenhaupt dort in den Himmel ragt."

Dem einen fällt das Herz – wohin, will ich nicht sagen.
"Der Strom ist tief und reißend; wagen wir's wirklich",
spricht er, "und wir kommen gar an Land,
wozu dann, frag ich, noch der schwere Elefant?
Was für ein lächerliches Beginnen?
Ein Kluger würde sich vielleicht nicht lang besinnen,
wenn um vier Schritte nur sich handelte der Spaß;
allein den Berg hinauf in einem Atem, das
vermag kein Sterblicher! Unmöglich ist's; es wäre
ein Däumling denn, ein Zwerg der Elefant, ein Kopf,
geschnitzt für einen Stock als Knopf.
Ist dies der Fall, wo bleibt des Abenteuers Ehre?
Ein Denkzettel wird es nur, für Narren eine Lehre,
ein Schelmenrätsel wird's, ein Kinderstückchen sein!
Du und dein Elefant, ich lass' euch drum allein."

Der Schwätzer geht, es springt der andre in die Wellen,
geschlossnen Augs hat er's gewagt.
Nicht Tiefe, nicht des Stromes Schnellen
halten ihn auf; jenseits liegt, wie der Zettel sagt,
der Elefant am Strand. Als er ihn aufgenommen
und richtig mit der Last des Berges Höh' erklommen,
von wo er eine Ebene und eine Stadt erschaut.
Da gibt der Elefant von sich einen schrillen Laut;
bewaffnet strömen Volkeshaufen herbei.
Ein andrer wär' sogleich davongelaufen,
doch unser Ritter, kühn behauptet er das Feld,
und muss er fallen, will er sterben als ein Held.
Erstaunt hört er die Schar zum Herrscher ihn ausrufen,
da durch des Königs Tod der Thron erledigt wär';
er lässt sich bitten und ersteigt des Thrones Stufen,
obwohl – er sagt's – die Last er findet schwer.
So mocht' auch Sixtus bei der Papstwahl sich gebärden –
ist König oder Papst zu werden denn ein so großes Ungemach?
Bald sah man, dass er doch nicht allzu ehrlich sprach-

Dem blinden Mann wird oft ein blindes Glück als Lohn im Leben.
Der Weise wählt mit Recht manchmal die schnelle Tat,
eh' der Weisheit konnt' Bedenkzeit geben
und leistet gern Verzicht auf ihren Rat.

ancre





W. Aractingy

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