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Der Kaufmann, der Edelmann, der Hirt und der Prinz Livre X - Fable 15


Vier, die einst übers Meer gezogen, halbnackt entronnen
jetzt den Stürmen und den Wogen, ein Kaufmann und ein
Prinz, ein Hirt, ein Edelmann, bettelten, wie mit seinem Knaben
einst Belisar, die Leute an in ihrer Not um kleine Gaben.
Erst zu erzählen, wie es sich zusammenfand,
dies Doppelpaar, so weit getrennt nach Rang und Stand,
wär' viel zu lang an dieser Stelle.

Die Ärmsten saßen da, geschart um eine Quelle,
und hielten Rat. Der Prinz legt höchst ausführlich dar,
die Großen seien stets umgeben von Gefahr.
Der Hirt dagegen meint, man solle doch sein Denken jetzt nicht
auf das Vergangne lenken; nach Kräften sei vielmehr
ein jeder drauf bedacht, wie man der Not ein Ende macht.
"Kann Klagen", sagt er noch, "uns Rettung bringen?
Nein, nur durch Arbeit wird das Schwerste selbst gelingen."
Ein Hirt, der also spricht! So spricht? Glaubt ihr, es sei'n
vom Himmel denn mit Geist nur die gekrönten Köpfe
und mit Verstand begabt allein und alle Hirten, weil ihr
Stand so arm und klein, gleich ihren Schafen, dumme Tröpfe?

Der Rat des Hirten schien vortrefflich jetzt den drei'n,
die nach Amerika mit ihm wurden verschlagen.
"Ich", meint' der Kaufmann, "kann's mit Rechnen wagen,
gar viel bringt monatlich der Unterricht mir ein."
"Die Staatskunst könnte ich vortragen", sagt jetzt der Königssohn.
Darauf der Edelmann: "Mir ist Heraldik wohlbekannt, sie will ich lehren."
Als ob in Indien auch nur einer dann und wann dran denken würde,
sich um diesen Kauderwelsch zu scheren!
Der Hirt sagt: "Wohl habt ihr gesprochen. Aber was!
Vier Wochen hat der Mond; wollt ihr bis dahin leben, ohne zu essen?
Könnt ihr das? Die Hoffnung, die ihr mir gegeben, ist schön,
doch weit in Sicht. Mich hungert ganz fatal; wer sorgt auf morgen
denn für unser Mittagsmahl? Noch mehr: Wer von euch leistet eben
uns heute nur Gewähr für unser Abendbrot? Das tät' uns doch
vor allem not! Ich sehe euer Wissen all und Streben reicht dafür
nimmer aus; ich biet' euch meine Hand."
Drauf ging der Hirt zum Wald und band Besen von Reisig dort,
die bringt er zum Verkauf. So lindert für ein paar Tage er die Not,
und so verhindert er, dass die andern drei, vom Hunger übermannt,
zu üben ihr Talent, gingen ins Schattenland.

Dies Abenteuer lehrt mich denken,
zum Leben brauche man nicht viel Gelehrsamkeit,
und dass uns, dank Naturgeschenken
die Hand stets sichere und rasche Hilfe leiht.
Google
 

ancre





W. Aractingy

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