Accueil des fables

Les 12 livres

Les Fables

Tris de fables

Le bestiaire

Les personnages

Morales et maximes

Les sources

Contact JMB


Der Pächter, der Hund und der Fuchs Livre XI - Fable 3


Es sollen Wolf und Fuchs gar schlimme Nachbarn sein;
in dieser beiden Näh' baut' ich ein Haus mir nimmer.
Der letztre lauerte schon immer des Pächters Hühnern auf;
so schlau und fein er war, misslang's ihm doch, das Federvieh
zu fassen. Für unsern Meister Fuchs das Ärgerlichste war der
Hunger einerseits und andrerseits Gefahr.
"Soll", rief er, "ich das auf mir sitzen lassen? Das Pack lacht
ungestraft mich aus! Ich geh', ich komm', um aufzupassen,
ersinne List auf List; der Bauer bleibt zu Haus, behaglich und
bequem, schlägt Geld aus allen Dingen, verkauft Geflügel,
schmaust auch selbst Kapaun, Fasan und was er will; und ich-
kriegt' ich einen alten Hahn, dann wollt' ich schon vor Freude springen!
Warum hat Vater Jupiter zu einem Fuchs doch mich ausersehn?
Ja, ich beschwöre alle Mächte des Styx und des Olymp,
zur Sprache bring' ich's noch!"

Nachdenkend, wie er wohl sich rächte, wählt' eine Nacht er aus,
da Morpheus reichen Saft ausgoss, der allen tiefen Schlaf verschafft':
Verwalter, Diener, Vieh, der Hund selbst lag umfangen von festem
Schlaf. Es hatt' der Pächter überdies, indem den Stall er offen ließ,
einen höchst leichtsinnigen Streich begangen. Leicht dringt
der Räuber in den schlecht bewachten Ort, entvölkert ihn und füllt
ihn an mit Blut und Mord. Am nächsten Morgen fand man dort die
Spuren seiner Tat, vergossnen Blutes Zeichen und haufenweis
getürmte Leichen. Fast wär' die Sonne, schreckverstört, zurückgesunken
in des feuchten Bettes Frieden.

So schuf Apoll einst, tief empört und voll des Zornes auf den
prahlenden Atriden, ein blutig Leichenfeld; man sah der Griechen Macht
vernichtet fast – es war das Werk nur einer Nacht.
So zog Ajax, wahnwitz'gen Mutes, in toller Gier vergossnen Blutes,
erschlagner Schafe um sein Zelt den wüsten Kreis; Ulyß, den Nebenbuhler,
wähnte er zu töten und sie, die schamlos ohne zu erröten dem andern
zuerkannt den Preis.

Der Fuchs, ein Ajax heut, die Hühner zu bekriegen, schleppt fort,
so viel' er kann, die andern lässt er liegen.
Der Herr tat, was man meist in solchen Fällen tut, er zankte mit
den Dienern und mit seinem Hunde: "Verdammtes Tier, du bist nur zum
Ersäufen gut! Was gabst du von dem Morden nicht gleich Kunde?"
"Warum ließt Ihr es zu? Leicht war der Dieb gestört. Ihr konntet Euch
als Herr, dem alles dies gehört, bei unverschlossner Tür ganz ruhig schlafen
legen, für nichts und wieder nichts den Schlaf Euch opfern soll?"
Der Hund sprach höchst verständnisvoll; fast möcht' ich zu behaupten
wagen, ein Herr könnt's auch nicht besser sagen.
Doch da er nichts war als ein Hund, fand man, dass er nichts tauge,
und der arme Kerl ward sehr gehauen.

Wer du auch seist, Hausherr und Vater – im Vertrauen sag' ich dir,
dieses Glück erregt nie meinen Neid, auf andre bau'n, indes du schläfst,
ist nie gescheit. Als letzter geh zu Bett und schließ die Türen richtig!
Bau nicht in Dingen, die dir wichtig, auf eines Anwalts Tätigkeit!

ancre





W. Aractingy

Voyez aussi cette fable illustrée par:





Découvrez le premier roman de JM Bassetti, en version numérique ou en version papier sur le site https://www.jemappellemo.fr



Retrouvez tous les textes de JM Bassetti sur son sité dédié : https://www.amor-fati.fr