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Die beiden Ziegen Livre XII - Fable 4


Die Ziegen trieb seit ew'ger Zeit
ein Geist der Unabhängigkeit
zum Wanderleben stets, und von jeher erlasen
sie solche Stätten sich zum grasen,
die keines Menschen Fuß betrat.
Dort, wo von steiler Höh' ohne gebahnten Pfad
Felsen und Berge starr in tiefen Abgrund schauen,
scheint's diesen Damen gut, sich einsam zu erbauen;
nichts hemmt das Tier, bis es die Kletterei vollbracht.

Zwei Ziegen, die sich losgemacht,
verließen, dürstend nach der Freiheit Glücke,
das ebne Land, jede für sich allein;
sie schlugen auf gut Glück verschiedne Richtung ein.
Sir trafen einen Bach, ein schmales Brett als Brücke;
zwei Wiesel kämen aneinander kaum vorbei auf diesem Steg.
Auch macht der tiefe Bach den Weg gefahrvoll
und das Herz der Amazonen beben.
Trotzdem tritt auf das Brett die eine; nachzugeben
fiel' nie der andern ein, die auch das Brett betritt.

So, denk' ich, war's, als mit dem Großen Ludwig schritt
Spaniens Philipp der Vierte weiland nach jenem Konferenzeneiland.

So näherten ganz langsam sich unsre zwei Abenteuerinnen,
beide von hochgemuten Sinnen.
Zur Mitte waren sie gelangt und keine wich der andern.
Gleicher Stolz erfüllt sie; hoher Ahnen Gedächtnis
will sie gleich ruhmvoller Abkunft mahnen;
jene entstammt der Geiß, die zum Geschenk verehrt
Polyphem, der Zyklop, der Nymphe Galatea,
diese der Ziege Amalthea, die einst den Vater Jupiter genährt.
Stürzte durch die gleiche hartnäckige Tücke
beide ins Wasser unverhofft.
Solch ein Unfall hat sich schon oft ereignet auf dem Weg zum Glücke.

ancre





W. Aractingy

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