Accueil des fables

Les 12 livres

Les Fables

Tris de fables

Le bestiaire

Les personnages

Morales et maximes

Les sources

Contact JMB


Amor und die Torheit Livre XII - Fable 14


An Amor ist höchst rätselhaft doch alles:
Köcher, Pfeil, Fackel, der Kindheit Sage;
die Tiefen dieser Wissenschaft
erschöpft man nicht an einem Tage.
Sie zu ergründen, denk' ich nicht, das wär' ein Spott;
nur zu erzählen, hab' ich hier mir vorgenommen,
wie dieser Blinde – ist ein Gott, -
wie dieser Blinde um sein Augenlicht gekommen;
des Unglücks Folgen dann – oder ist's gar ein Glück? -
darüber richt' ein Liebender, ich trete gern zurück.

Die Torheit und Amor spielten einst guter Dinge
zusammen; er war damals blind noch nicht.
Dabei kam es zum Streit; Amor begehrt': "Man bringe
es vor der Götter Schiedsgericht!"
Der andern schien zu lang die Sache,
und sie schlug ihm so heftig ins Gesicht,
dass er verlor der Augen Licht.
Venus verlangte Sühn' und Rache.
Mutter und Frau – man kann sich denken ihr Geschrei!
Bestürzt eilt jeder Gott herbei,
Jupiter, Nemesis und auch die drei
Richter der Unterwelt, zuletzt die ganze Bande.
In voller Grässlichkeit lässt sie den Frevel sehn:
Ihr Sohn könn' keinen Schritt mehr gehen;
zu groß sei keine Straf' und hart für solche Schande,
und auch der Schaden sei schwer wieder gutgemacht!
Nachdem man alles wohl bedacht,
verurteilt' das Gericht – natürlich ließ sich's leiten
nur vom gemeinen Wohl und jenem der Partei'n –
die Torheit, nun für ew'ge Zeiten
Gott Amors Führerin zu sein.

ancre





W. Aractingy

Voyez aussi cette fable illustrée par:





Découvrez le premier roman de JM Bassetti, en version numérique ou en version papier sur le site https://www.jemappellemo.fr



Retrouvez tous les textes de JM Bassetti sur son sité dédié : https://www.amor-fati.fr