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Daphnis und Alcimadura Livre XII - Fable 24


Du holdes Kind der anmutsvollen Mutter,
die Tausende von Herzen stets gewinnt –
die nicht gezählt, die dir als Freunde gelten wollen,
und ein'ge, die durch Lieb' an dich gefesselt sind, -
ich muss euch beiden Huldgenossen –
wem gebührt der Preis? - den Weihrauch teilen,
dem Parnaß entsprossen und dem gar süßen
Duft ich zu entlocken weiß.
So sag' ich dir – doch alles sagen, zu viel wär's;
drum sei ausgewählt, was Stimm' und Leier noch
vertragen, denen's, ach, nur bald an Kraft und Muße fehlt.
Ich will hier nur ein sanft empfindend Herz preisen,
Adel der Seel', Anmut und Geist; wem fiel' es ein,
als deine Meisterin darin sich auszuweisen,
wenn ihr nicht, deren Lob des deinen Widerschein?
Schau, dass nicht zu viel Dornen tragen die Rosen,
tritt einmal heran Amor, dir Ähnliches zu sagen –
er sagt es besser, als ich's kann; auch straft er
ganz gewiss, die seinem Rat verschlossen.
Gleich sollst du's sehn, gib acht.

Ein junges Mädchen, reizumflossen,
verachtete den Gott und seine Wundermacht.
Alcimadura hieß die Stolze, ein Wildfang,
unbeschwert durcheilend Wies' und Wald,
auf Rasen tanzend, sich bergend im dichsten Holze,
der in der Welt nichts heilig galt als ihre Launen;
sonst der schönsten Schönen gleichend,
die Grausamste mehr als erreichend und doch
liebreizumhüllt trotz ihrer rauen Art –
wie erst, wär' alles dies mit Mild' und Huld gepaart!

Daphnis, ein junger Hirt, von edlem Stamme,
liebt' sie – zum Unglück: Nie gewährte seiner Flamme
nur einen flücht'gen Blick, ein Wörtchen, noch so klein,
noch die geringste Gunst dies Herz, so hart wie Stein.
Müde, noch länger fort so hoffnungslos zu werben,
sucht er den Tod; Verzweiflung reibt ihn auf,
zu der Grausamkeit treibt sie ihn, vor ihrer Tür zu sterben.
Den Winden klagt er seinen Schmerz, den herben;
man öffnet nicht, verschlossen bleibt das Unglückshaus,
in dem, von Freundinnen umgeben, die Arge,
zu erhöhn des Wiegenfestes Glanz, der eignen Schönheit
Blütenkranz noch durch den Flor der Gärten sucht zu heben.
"Vor dir zu sterben war mein letztes Hoffen fast;
allein ich bin dir zu verhasst!" rief er.
"Nicht staun' ich, dass den Hass du steigerst,
dass mir auch diesen Wunsch du weigerst.
Nach meinem Tode soll mein Vater – dahin geht mein Auftrag –
dir zu Füßen legen das Erbe, das du stolz verschmäht,
die Weidetriften und der Wiesen reichen Segen,
all meine Herden, meinen Hund. Man soll alsdann
auf meinem Grund und Boden einen Tempel bauen,
darin dein Bildnis ist zu schauen. Stets schmückte
den Altar ein frischer Blumenflor; ein einfach Denkmal
steh' nah bei des Tempels Tor, und diese Inschrift
trag' sein Rahmen: >Steh, Wanderer, und wein!
Hier starb den Liebestod Daphnis; er unterlag, sich beugend
dem Gebot Alcimaduras, der Grausamen.< "
Bei diesem Namen schnitt die Parz' ihm ab das Wort;
gern spräch' er weiter, doch es rafft der Schmerz ihn fort.

Die Stolze tritt heraus, mit einer Blumenkrone geschmückt.
Vergebens fleht man sie um einen Blick;
um eine Träne für des Liebenden Geschick;
nur ihren Hohn übt sie an Cythereas Sohne:
Zu seinem Standbild führt, seinem Gebot zum Spott,
sie die Gefährtinnen, sich dort im Tanz zu wiegen.
Sie stürzt und nieder schlägt im Fallen sie der Gott.
Eilende Wolken sieht man fliegen, und eine Stimm'
erschallt in Lüften weit umher: "Nun liebe jeder!
Die Herzlose ist nicht mehr!"

Des Daphnes Schatten, der zum Styx hinabgestiegen,
bebt, wie er sie erblickt. Der ganze Hades sieht die schöne
Mörderin vor ihrem Schäfer tief bereuen. Umsonst!
Er flieht sie, wie Ajax Ulyssen flieht, wie den Äneas
flieht Dido, den Ungetreuen.

ancre





W. Aractingy

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